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  <title>Babel Berlin auf Deutsch - Das bewegte Berlin</title>
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  <description>Die deutsche Hauptstadt im Herzen Europas.</description>
  <language>de</language>
  <pubDate>Fri, 05 Sep 2008 11:31:21 +02:00</pubDate>
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    <title>Das bewegte Berlin: Tag der Arbeit</title>
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    <pubDate>Fri, 02 May 2008 21:14:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Jeko</dc:creator>
        <category>Das bewegte Berlin</category>
            
    <description>    &lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;In „Das bewegte Berlin“ nehmen Babel-Autoren rückblickend das Top-Thema der vergangenen Woche in der deutschen Hauptstadt auf. Die Sichtweise ist subjektiv, analytisch, kommentierend aber immer auch informierend. Schreibt uns in Kommentaren eure Meinung zum Thema.&lt;/h5&gt;
&lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;Von Matthias Jekosch&lt;/h5&gt;
&lt;p&gt;Am Abend musste selbst Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch die Beine in die Hand nehmen. Einige Autonome hatten ihn erkannt und warfen Flaschen nach ihm. Personenschützer brachten ihn daraufhin in einem Mannschaftswagen in Sicherheit. Kreuzberg am 1. Mai – ein gefährliches Pflaster.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;„Die Randale am Rande ist bedauerlich, hat den 1. Mai aber nicht geprägt“, sagte ebenjener Glietsch am Tag darauf und präsentierte Zahlen zum Beweis: 138 Personen wurden fest genommen. Das sind mehr als zuvor und zwar deshalb, so erklärte Innensenator Ehrhart Körting, weil die Polizei konsequenter Steine- und Flaschenwerfer aus der Menge herausgreife. 90 Polizisten wurden leicht verletzt. Im vergangenen Jahr waren es noch 115. Die Krawalle passierten am Rande des berüchtigten SO36-Kiezes, des ehemaligen Postzustellbezirkes, in dem die ersten heftigen Straßenschlachten 1987 statt fanden und seitdem jährlich ritualisiert wurden. Blutige Nasen auf beiden Seiten gab es, ja. Aber die Gewalt geht zurück. Mittendrin in dem einstigen Krawallstadtteil zwischen Kottbusser Tor und Mariannenplatz feierten beim sechsten „Myfest“ nach Veranstalterangaben etwa 20000 Menschen friedlich. Kreuzberg am 1. Mai – Volksfeststimmung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Irgendwann hatten die Anwohner keine Lust mehr auf mit Brettern vernagelte Fensterscheiben und Gewaltausbrüche in ihrer Mitte. Zusammen mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg riefen sie 2003 das „Myfest“ ins Leben. Es riecht nach Gegrilltem. Bratwürste, Salate und vor allem türkische Spezialitäten werden alle paar Meter angeboten. „Es macht Spaß mit den Leuten zu quatschen“, findet Ediybe Kirac. Sie wohnt in der Oranienstraße und bietet vor ihrer Haustür auf einem Bierzelttisch Kaffee, Kuchen und Salate an. Wie viele Nachbarn und Gewerbetreibenden insgesamt mitmachen weiß Organisatorin Silke Fischer nicht genau, aber sie versichert: „Die Beteiligung ist enorm.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Keine Krawalltouristen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf 17 Bühnen spielen mehr als 17 Bands. „Ich bin hier wegen der Party“, sagt zum Beispiel  der Spanier Gabriele Radelio. Noch vor wenigen Jahren trauten sich höchstens Krawalltouristen zum Kottbusser Tor vor. Eine Zeit, die manche auch zurücksehnen. Ein Mann mit angegrauten Haaren, die zum Pferdeschwanz zusammengebunden sind, stellt sich als „Atze“ vor. Atze erzählt, dass er seit über 25 Jahren im Bezirk wohnt. „Das Fest wird zu viel, irgendwann gibt es gar keine Demo mehr“, fürchtet er. Mitglieder der linken Szene bezeichnen die Feier deswegen als „Konsumfest“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der politische 1. Mai fand tatsächlich nicht in Kreuzberg statt, obwohl alleine dort drei Demos angemeldet waren. „Viele wissen doch gar nicht mehr um was es geht“, findet Tine Blisse, die in einem linken Jugendprojekt arbeitet. Viele politisch motivierte Linke reisten stattdessen nach Hamburg, wo es die schwersten Ausschreitungen am 1. Mai seit langem gab. Dort hatte die rechtsextreme NPD eine Demo angemeldet, gegen die mehr als 6000 Gegendemonstranten aufliefen. Die Zahl der Verletzten war mit 59 zwar geringer als in Berlin, erschreckend war aber die Brutalität. Der Hamburger Einsatzleiter der Polizei sagte, nur der Eingriff der Beamten habe verhindert, dass es Tote gab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Tag der Arbeit wird traditionell weltweit am 1. Mai begangen. In Europa ist der Tag nur bei Dänen, Engländern, Iren, Holländern und Türken kein Feiertag. Ausschreitungen gehören leider dazu. Schon der Beginn der Arbeiterbewegung 1886 in den USA endete nach einem Bombenwurf in Chicago blutig. Vier der Anführer wurden damals gehenkt. Auch in anderen Ländern eskaliert die Gewalt. In diesem Jahr gab es zwölf Verletzte in Zürich und in Istanbul setzten 20000 Polizisten Tränengas gegen Demonstranten ein. Trotz des Festes - auch in Berlin waren die Feiernden vorsichtig. „Abends gehe ich lieber hoch“, sagte Anwohnerin Kirac. Sie wohnt im dritten Stock in der Oranienstraße. Da oben ist sie sicher und hat alles im Blick.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Das bewegte Berlin: Glücklich an der Spree</title>
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    <pubDate>Mon, 07 Apr 2008 19:45:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Jeko</dc:creator>
        <category>Das bewegte Berlin</category>
            
    <description>    &lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;In „Das bewegte Berlin“ nehmen Babel-Autoren rückblickend das Top-Thema der vergangenen Woche in der deutschen Hauptstadt auf. Die Sichtweise ist subjektiv, analytisch, kommentierend aber immer auch informierend. Schreibt uns in Kommentaren eure Meinung zum Thema.&lt;/h5&gt;
&lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;Von Lena Meier&lt;/h5&gt;
&lt;p&gt;Spontan hab ich mir am Sonntag eine interessante Ausstellung angeschaut, letzte Woche auch schon. Gehe ich ins Kino, dann immer in die Originalversion oder mit Untertiteln, auch beinahe wöchentlich. Aus einer Laune heraus habe ich mich für einen Swingtanzkurs angemeldet. Die Tanzschule ist 10 Minuten mit dem Fahrrad entfernt. Mein Job ist zwar fest, aber nur eine Drei-Tage Stelle mit prekärer Bezahlung. Trotzdem wohne ich in einer eigenen Wohnung und kaufe Fleisch im Bioladen. Das Angebot stimmt, die Lebensumstände auch. Ich kann also als rundum glückliche Berlinerin gelten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit liege ich im Trend. Denn laut einer Anfang April veröffentlichten Studie sind Berliner freudige Großstädter und sogar glücklicher mit ihrer Stadt als andere Europäer. 89 Prozent der Befragten schätzen die deutsche Hauptstadt als Lebensraum. Gründe sind etwa das breite Kultur- und Freizeitangebot, die kulturelle Dynamik, die Wohnmöglichkeiten, der öffentliche Verkehr und die gut bezahlbaren Lebenshaltungskosten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; In Auftrag gegeben wurde die Studie von Veolia, einem international agierenden privaten Wasser- und Entsorgungskonzern. Neben Berlinern wurden Menschen in 13 weiteren Metropolen weltweit befragt. In Europa waren das Paris, Lyon, Prag und London. Dass Frankreich mit gleich zwei Städten vertreten ist, erklärt sich aus der Unternehmensgeschichte. Veolia begann, damals noch unter anderem Namen, als Wasserversorger von Paris und Lyon im 19. Jahrhundert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Genau so ergiebig: Kleinstumfrage im Bekanntenkreis&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Besonders neu sind die Ergebnisse der Studie nicht. Denn dass Berlin seinen Einwohnern dreckig vorkommt, sie aber finden, dass es recht viel Grün gibt, man hier auch Kinder großziehen kann und das Leben wirklich preiswert ist, hätte man auch mit einer Kleinstumfrage im Bekanntenkreis herausgefunden. Auch über die anderen untersuchten Metropolen ließen sich aufgrund von eigenen Erfahrungen genauso treffende Aussagen machen, wie Veolia sie liefert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pariser beispielsweise finden, dass man sehr gut verdienen muss, um in der französischen Hauptstadt angenehm leben zu können. 87 Prozent der Befragten gaben dies an. Das war vorhersagbar. Ein Freund aus Paris arbeitet sieben Tage die Woche, er wohnt in der Innenstadt, aber in einem Viertel, in das sich einige Pariser auch tagsüber nicht trauen. Seine Wohnung verschlingt den halben Verdienst. Auch die Pressesprecherin von Veolia Deutschland, Barbara Helten zog in einem Interview auf Deutschlandradio Kultur Schlüsse, die man getrost als Allgemeinwissen abtun kann: „Man hat erhoben, dass Pariser sich zwei Stunden mehr Schlaf wünschen. Das Leben scheint dort anstrengender zu sein.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was also soll eine Studie, die nur Offensichtliches erzählt? Veolia gibt an, sich angesichts der ständig steigenden Stadtbevölkerung um die Zukunft der Städte verdient machen zu wollen. Es menschelt sehr, wenn zu Beginn der Berliner Präsentation, die als Powerpoint auf der Firmenseite zu finden ist, vom besseren Verständnis der Großstädter und ihrer Bedürfnisse die Rede ist. Doch wo bleiben Untersuchungen aus Lateinamerika, Afrika oder Indien? Die Metropolen aus diesen Weltregionen klammert Veolia aus. Die Studie gibt – auch aufgrund ihrer geringen Anzahl von nur etwas mehr als 600 Befragten pro Stadt – wenig repräsentative Antworten auf die Frage nach den „urbanen Lebensstilen“ weltweit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die von einigen Berliner Medien begeistert aufgenommenen Erkenntnisse kaschieren zumindest in Berlin nur die düstere Wirklichkeit. Tatsache ist, dass Veolia zusammen mit RWE vor neun Jahren in die Berliner Wasserversorgung eingestiegen ist und seitdem die Preise für Wasser ständig gestiegen sind, allein in den letzten vier Jahren um 26 Prozent. 2007 machten die Berliner Wasserbetriebe Rekordgewinne, über die Hälfte streichen die privaten Investoren ein. Somit bezahlt der Verbraucher, also der Berliner, viel Geld an Veolia. Man wünscht sich, dass Veolia dafür im Gegenzug die Ergebnisse der Umfrage genau studiert und die Zukunftsängste der Berliner Ernst nimmt. Denn was das positive Denken für die Zukunft angeht, liegt Berlin unter dem Durchschnitt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Berliner Ergebnisse der Studie „&lt;a hreflang=&quot;de&quot; href=&quot;http://www.veoliawasser.de/lib/vw-germany/3/78AFJ8l5Fag2K1L6dR7uPigW.pdf&quot;&gt;Urbane Lebensstile&lt;/a&gt;“ &lt;br /&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Das bewegte Berlin: Skandal um Knuts Zuhause</title>
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    <pubDate>Mon, 31 Mar 2008 17:46:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Jeko</dc:creator>
        <category>Das bewegte Berlin</category>
            
    <description>    &lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;In „Das bewegte Berlin“ nehmen Babel-Autoren rückblickend das Top-Thema der vergangenen Woche in der deutschen Hauptstadt auf. Die Sichtweise ist subjektiv, analytisch,
kommentierend aber immer auch informierend. Schreibt uns in Kommentaren eure Meinung zum Thema.&lt;/h5&gt;
&lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;Von Sonia Gigler&lt;/h5&gt;
&lt;p&gt;Während Tier-Star Knut weiter Karriere macht (ab 10. April gibt’s den weißen Knuddelbär auch auf Briefmarken) steht es um sein Zuhause gerade kritisch. Tierschützer werfen der Zoo- und Tierparkdirektion unter anderem vor, Tiere an Schlachter verhökert zu haben. Warum wurden die Kätzchen umgebracht? Was geschah mit der Kragenbärfamilie und dem Zwergflusspferd? Und wurden Jaguare und Tiger abgegeben um in China zu Potenzmitteln verarbeitet zu werden? Solche Fragen beschäftigen die Berliner Gemüter seit Claudia Hämmerling, Abgeordnete der Grünen, wegen angeblicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz am 17. März Anzeige gegen den Chef von Zoo und Tierpark, Bernhard Blaszkiewitz, erstattete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hämmerling, Referentin für Tierschutz und Verkehr bei den Grünen, behauptet, Hunderte von Tieren aus Zoo und Tierpark seien in den vergangenen Jahren spurlos verschwunden. Sie beruft sich dabei auf Kopien aus Zuchtbüchern. Sie warf Blaszkiewitz unter anderem vor, neun Tiger und Jaguare einer Zuchtfarm in China verkauft zu haben. Dieselbe Farm wirbt damit, aus Großkatzen traditionelle Medizin und Potenzmittel herzustellen. Außerdem sei eine Pantherin mit einem Javaleoparden unartgerecht gekreuzt worden. Der unerwünschte Nachwuchs sei erst bei Tierhändlern und dann im Schlachthaus gelandet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Flusspferd beim Schlachter&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein ähnliches Schicksal mussten ihrer Meinung nach auch eine vierköpfige Kragenbärfamilie und ein Flusspferd Anfang der neunziger Jahre erleiden. Die Tiere wären an zwielichtige Händler abgegeben und in den belgischen Ort Wortel gekarrt worden. Dort hätte es aber keinen Zoo, sondern nur einen Schlachter gegeben. Hämmerling fordert mehr Transparenz bei Zucht und Verkauf von Zootieren. Dem stimmt auch die Präsidentin des Verbandes Deutscher Zoo-Direktoren Gisela von Hegel in einem Gespräch mit Welt Online zu: &quot;Das Töten und Überleben von Wildtieren in Zoos müssen im Umgang mit der Öffentlichkeit sehr offen und transparent behandelt werden&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Boulevard-Blättern ist vom Berliner „Zoo-Krieg“ die Rede: Während Hämmerling aktive Unterstützung von Tierschutzrechtlern wie Frank Albrecht von der Organisation Peta und Marcel Gäding vom Tierschutzbund Berlin erhält, haben sich sowohl der Zoo-Aufsichtsrat als auch der Förderverein von Tierpark und Zoo solidarisch hinter ihren Chef geschart. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung meinte Aufsichtratsvorsitzender Jochen Siewers: „Wir stehen voll hinter Herrn Blaszkiewitz.“ Der Aufsichtsrat hatte den langjährigen Tierpark-Chef 2007 auch zum Zoo-Chef berufen. Auch Fördervereinschef Thomas Ziolko sprach sich für Blaszkiewitz aus und bezeichnete Hämmerlings Methode als einen „Feldzug gegen die Hauptstadtzoos“ der „stillos und unwürdig“ sei. Doch fast täglich wird Blaskiewitz neuer Gräueltaten beschuldigt: willkürliche Katzentötung, fragwürdige Tierpflegepraktiken, Manipulation der Zuchtbücher, unartgerechte Tierkreuzungen, keine Geburtenkontrolle und Isolationshaft für Knut. Es scheint kein Ende zu nehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jedoch, wie die Süddeutsche Zeitung kommentierte, würden die von den Tierschützern vorgelegten Kopien aus Zuchtbüchern nicht belegen, dass die Tiere wirklich umgekommen seien. Zoodirektor Blaszkiewitz wiederholte mehrmals im Gespräch mit der SZ: „Die Schlachtungsgeschichten sind erfunden“ und „wir arbeiten nur mit honorigen Tierhändlern zusammen.“ Für die Vermittlung von Tieren nach China in den neunziger Jahren habe er eine Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz gehabt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Artgerechte Tötung?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Blaskiewitz' Aussage im Interview mit der B.Z. er habe 1991 vier verwilderte Katzenbabys „artgerecht getötet“ als er ihnen selbst das Genick brach, hat ihm jedenfalls keine Sympathie in der Öffentlichkeit eingebracht. Laut Marcel Gäding im Tagesspiegel gibt es „kein artgerechtes Töten durch Handanlegen.“
Blaskiewitz habe ganz klar gegen die Bestimmungen im Tierschutzgesetz gehandelt. Dort heißt es: „Ein Wirbeltier darf nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden.“ Weiter wird festgelegt: „An einem Wirbeltier darf ohne Betäubung ein mit Schmerzen verbundener Eingriff nicht vorgenommen werden. Die Betäubung warmblütiger Wirbeltiere ... ist von einem Tierarzt vorzunehmen.“ Laut Gäding reichten weder Blaszkiewitz Ausbildung als Diplom-Biologe noch sein Amt als Tierpark-Chef dazu aus. Weiter befand Gäding die Begründung für die Tötung - die Katzen waren Überträger von Krankheitserregern – als unzureichend, denn auch Zootiere würden Krankheiten übertragen. Blaszkiewitz habe sich durch seine Handlung strafbar gemacht und sei als Zoo- und Tierpark-Direktor untragbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Teilweise wurde ihm von Lesern des Tagesspiegel-Onlineauftrittes sogar etwas „Gruseliges“ angehängt; er sei ein „Metzger oder Schlachter“ dem man nachts „nicht alleine auf der Strasse begegnen“ möchte.
Aber zeigen solche Kommentare nicht auch wie emotional aufgeladen diese Debatte ist? Meint nicht ein Tagesspiegel Leser zu Recht, dass Kritik an fragwürdigen Tierpraktiken zwar gerechtfertigt sei, dies aber „nicht in einen Hexenwahn mit zunehmend bizarren Zügen ausarten“ sollte? Am Freitag teilte Zoo-Sprecher Detlef Untermann mit, dass Blaszkiewitz sogar einen elektronischen Drohbrief erhalten habe. Die Kritik geht über die Person Blaszkiewitz hinaus. Längst scheinen viele Tierliebhaber die Einrichtung Zoo in ihrer jetzigen Form grundsätzlich zu hinterfragen.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Das bewegte Berlin: Beten in Schulen</title>
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    <pubDate>Sat, 15 Mar 2008 12:03:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Jeko</dc:creator>
        <category>Das bewegte Berlin</category>
            
    <description>    &lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;In „Das bewegte Berlin“ nehmen
Babel-Autoren rückblickend das Top-Thema der vergangenen Woche in der
deutschen Hauptstadt auf. Die Sichtweise ist subjektiv, analytisch,
kommentierend aber immer auch informierend. Schreibt uns in Kommentaren
eure Meinung zum Thema.&lt;/h5&gt;
&lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;Von Matthias Jekosch&lt;/h5&gt;
&lt;p&gt;Über 460.000 Einwohner Berlins von insgesamt 3,4 Millionen sind laut Statistischem Landesamt nichtdeutscher Herkunft. Da viele osteuropäische Zuwanderer nicht in der Statistik mitgezählt werden, dürften es in Wahrheit über 600000 sein. In Berlin gibt es Schulen mit über 90 Prozent Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund. Fast ein Viertel aller Schüler mit ausländischem Pass schaffen nicht einmal den Hauptschulabschluss. So weit die Fakten. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Berlin hat jetzt das Verwaltungsgericht angeordnet, dass ein Gymnasium einem muslimischen Schüler das Beten auf dem Schulgelände ermöglichen muss. Dieser hatte geklagt, nachdem die Rektorin der Schule ihm das Beten auf dem Schulflur untersagt hatte. Das Gericht gab dem Schüler Recht und berief sich dabei auf die im Grundgesetz gesicherte Religionsfreiheit. Bei dem Richterspruch handelt es sich um eine einstweilige Verfügung – die Hauptverhandlung wird erst in einigen Monaten folgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch Folgen hat auch diese einstweilige Verfügung schon jetzt, nicht nur für die Schule, die dem Schüler einen Raum zum Beten bereitstellt. In Berlin ist eine Kontroverse darum entbrannt, ob Schulen wirklich die richtigen Orte sind, um seine Religion auszuüben. „Wir sind einigermaßen entsetzt über diesen Richterspruch, der die Neutralitätspflicht des Staates verletzt“, sagte der Geschäftsführer des Humanistischen Verbandes Berlin, Manfred Isemeyer. Der Verband tritt in seiner Satzung für die strikte Trennung von Kirche und Staat ein. Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) kündigte im Berliner Abgeordnetenhaus an, alle Anstrengungen auf das Hauptverfahren zu lenken. Er wolle alle Möglichkeiten prüfen, die Klage des Schülers abzuwehren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwei weitere Urteile haben in Deutschland ähnliche Diskussionen um die Religion in der Schule ausgelöst. 1995 verbot das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Kruzifixe in bayerischen Schulen, weil dieses eindeutig christliche Symbol den Schülern keine Ausweichmöglichkeit lasse. 2003 entschied das Gericht knapp (fünf zu drei Stimmen), dass einer Lehrerin in Baden-Württemberg das Tragen eines Kopftuches nicht verboten werden kann. Das Landesgesetz gebe ein solches Verbot nicht her. Im Urteil heißt es, die Bundesländer müssten zwischen „positiver Glaubensfreiheit eines Lehrers einerseits und der staatlichen Pflicht zu weltanschaulich-religiöser Neutralität, dem Erziehungsrecht der Eltern sowie der negativen Glaubensfreiheit der Schüler&quot; eine Lösung finden. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kieze drohen zu kippen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wägt Berlin zwischen diesen Punkten ab, muss das Land auch die Fakten vom Anfang berücksichtigen. Und anerkennen: Es gibt Kieze in Berlin, die zu kippen drohen. Erst am vergangenen Mittwoch sagte der Bürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD) über seinen Bezirk: „Die Segregation ist so gut wie abgeschlossen.“ Die Schule ist für viele Migrantenkinder der einzige Ort, an dem sie mit deutscher Kultur in Berührung kommen. Der Schulleiter der Carl-Friedrich-Zelter-Oberschule in Kreuzberg, Robert Hasse, sagte: „Oft ist der Ausflug zu Ikea die einzige Möglichkeit für die Schüler, aus ihrem Kiez herauszukommen.“ Und eine Schülerin des Robert Koch-Gymnasiums erzählt: „Gretchen aus Goethes Faust wurde von muslimischen Schülerinnen als Schlampe bezeichnet.“ Als eine Mitschülerin dem widersprach wurde sie wochenlang gemobbt. Mehrere Schüler berichten, dass sie unter Druck gesetzt werden, wenn sie nicht am Ramadan teilnehmen. Dies ist Teil der Berliner Realität. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer solchen Situation kann es sich kontraproduktiv für die Integration auswirken, wenn während der Schulzeit Beträume in der Schule aufgesucht werden können. Mancher Schulleiter hat schon Horrorvisionen von 400 muslimischen Schülern, die gleichzeitig beten wollen. Auch wenn dies übertrieben sein dürfte – die Schule ist keine religiöse Stätte, ihr Bildungsauftrag ist in vielen Gegenden schon schwer genug. Auch praktische Gründe, sprechen gegen das Urteil. So herrscht an Berliner Schulen ein erheblicher Platzmangel. Und da muslimische Frauen nicht mit muslimischen Männern zusammen beten dürfen, wären im Prinzip zwei Räume nötig, die aber nicht jede Schule hat. Wohin das führt, wird deutlich, wenn man bedenkt, dass andere Religionsauffassungen hier noch gar nicht mit berücksichtigt sind.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Das bewegte Berlin: Verkehrschaos</title>
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    <pubDate>Sun, 09 Mar 2008 12:26:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Jeko</dc:creator>
        <category>Das bewegte Berlin</category>
            
    <description>    &lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;In „Das bewegte Berlin“ nehmen
Babel-Autoren rückblickend das Top-Thema der vergangenen Woche in der
deutschen Hauptstadt auf. Die Sichtweise ist subjektiv, analytisch,
kommentierend aber immer auch informierend. Schreibt uns in Kommentaren
eure Meinung zum Thema.
&lt;/h5&gt;
&lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;Von Matthias Jekosch&lt;/h5&gt;
&lt;p&gt;Gitter versperren die Tore zu den Eingängen, die Kioske und Blumenläden im Innern haben die Rolläden heruntergelassen. So sehen derzeit die U-Bahnhöfe in Berlin aus. Seit Mittwoch bestreikt die Gewerkschaft Verdi die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) (zu den Hintergründen siehe Eintrag &quot;Das bewegte Berlin: Der Streik&quot;). Bis mindestens Freitag, den 14. März, bleiben alle U-Bahnen, Busse und Trams in ihren Depots. Lediglich wenige Ersatzbusse fahren alle 30 Minuten auf den Hauptstrecken der Stadt. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bisher hat die deutsche Hauptstadt den Streik noch gut gemeistert. Auch wenn die Straßen deutlich voller sind – zu ernsthaften Staus kommt es nicht. Durch die Automassen schlängeln sich die Radfahrer. Und andere machen sich kurzerhand zu Fuß auf den Weg, manche kombinieren ihren Fußmarsch mit einer  S-Bahn-Fahrt. Die musste nach eigenen Angaben alleine am Donnerstag etwa 500.000 Menschen mehr befördern als sonst. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gut, hier und da äußert sich die der Berliner mit seiner berühmten „Schnauze“, wenn ein Verkehrsteilnehmer sich nicht so verhält, wie er es will. „Haste keene Augen im Kopf?“ Ansonsten verhält sich die Stadt erstaunlich ruhig. Und auch zwischen BVG und Verdi wird es nicht laut, denn keine Partei weicht von ihrer Position ab. Lautstarkes Austauschen von Argumenten erübrigt sich da.&lt;/p&gt;
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Sieht immer weniger Verkehr: Tower von Tempelhof.
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tempelhofer Vorteil&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einen offenen Schlagabtausch gibt es dagegen an anderer, verkehrstechnisch nicht ganz uninteressanter, Stelle. Wird der Flughafen Tempelhof wie geplant im Oktober 2008 geschlossen, oder können das die Befürworter des Flughafens durch eine Volksabstimmung  noch verhindern? Am 27. April können die Berliner über die Zukunft des Flughafens abstimmen. Erzwungen wurde dies von einer Initiative, die über 200.000 Unterschriften für die Offenhaltung sammelte. Der Berliner Senat hat sich schon lange dafür entschieden, Tempelhof zu Gunsten des für 2011 geplanten Großflughafens Berlin Brandenburg International aufzugeben. Er fürchtet juristische Konsequenzen für dessen Ausbau, sollte Tempelhof tatsächlich offengehalten werden.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tempelhof ist das zweitgrößte Gebäude der Welt, gleich nach dem amerikanischen Pentagon. Es ist gar nicht so einfach, den geschichtsträchtigen Giganten komplett auszulasten. Konzepte für die Zeit nach dem Linienverkehr reichen von der Ansiedlung der Filmstudios Babelsberg über ein Forum für Kreativwirtschaft bis hin zu einem Gesundheitszentrum für reiche Geschäftsleute. Ob die bisherigen Vorschläge das Gebäude komplette ausnutzen können, scheint zumindest zweifelhaft. Die paar Flüge, die dort heutzutage landen, tun es aber auch schon längst nicht mehr. Keine Spur von bewegteren Zeiten, wie etwa 1948, als die „Rosinenbomber“ im Minutentakt landeten, um das abgeschottete Westberlin mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Heute registriert die Berliner Flughafengesellschaft gerade mal knapp 2.000 Flugbewegungen im Monat. In Tegel landen und starten sechs mal so viele Flugzeuge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einen Vorteil hätte ein offener Flughafen Tempelhof definitiv. Beim nächsten Streik könnten Shuttleflüge zwischen den Flughäfen Tegel und Tempelhof oder Schönefeld und Tempelhof angeboten werden. Davon
würden nicht nur die Touristen profitieren. Auch Berliner in den Außenbezirken könnten den kurzen Weg durch die Luft nehmen. Bei den heutigen Flugpreisen wäre das die wahrscheinlich billigste Lösung. Und vom innerstädtischen Flughafen aus wäre das Taxi zum Zielort dann auch nicht mehr teuer.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Das bewegte Berlin: Der Finanzsenator</title>
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    <pubDate>Sun, 02 Mar 2008 19:12:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Jeko</dc:creator>
        <category>Das bewegte Berlin</category>
            
    <description>    &lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;In „Das bewegte Berlin“ nehmen Babel-Autoren rückblickend das Top-Thema der vergangenen Woche in der deutschen Hauptstadt auf. Die Sichtweise ist subjektiv, analytisch, kommentierend aber immer auch informierend. Schreibt uns in Kommentaren eure Meinung zum Thema.
&lt;/h5&gt;
&lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;Von Matthias Jekosch&lt;/h5&gt;
&lt;p&gt;Wenn Thilo Sarrazin (SPD) so weitermacht, kann er bald ein Büchlein mit seinen besten Sprüchen heraus bringen. Dick genug würde es werden, denn der Berliner Finanzsenator nimmt kein Blatt vor den Mund – dafür ist er bekannt. Doch in der letzten Woche häuften sich seine Bemerkungen, die von vielen empört aufgenommen wurden.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erst Mitte Februar rechnete er Hartz IV-Empfängern vor, wie sie sich vom Essensgeld von knapp vier Euro am Tag ernähren könnten. Brötchen, Spaghetti und Leberkäse standen auf seiner Modell-Speisekarte, mit der er es sich mit der denkbar größten Wählergruppe für linke Parteien in Berlin verscherzte. Rund 660.000 Menschen leben in der Hauptstadt von staatlicher Hilfe. Selbst der eigenen Partei gingen die Äußerungen zu weit. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit nannte eine solche Auflistung „völlig überflüssig“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch Sarrazin wäre nicht Sarrazin, wenn er sich von der Kritik, die auf ihn niederprasselte, entmutigen lassen würde. Bei einer Veranstaltung in der rheinland-pfälzischen Botschaft in Berlin behauptete er, dass Schüler aus Bayern ohne Abschluss mehr könnten, als Berliner Schüler mit Abschluss. Nachdem die „Main-Post“ dies vor einer Woche vermeldete, stiegen alle Berliner Zeitungen auf die Äußerungen ein. Im Boulevard war gar von einem „Maulkorb“ für den Finanzsenator die Rede. Der SPD-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus, Michael Müller, sagte gegenüber der Presse, er sei „erstaunt und verärgert“. Sarrazin verwies immer wieder darauf, dass die Äußerung im Scherz gefallen sei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Aufregung war noch nicht abgeebbt, da machte Sarrazin wieder Schlagzeilen. In einer Fernsehsendung wollte er eigentlich sein Hartz-Menü entschuldigen und gab zu, dass es falsch war, seine Berechnungen „in einen Speiseplan zu gießen“. Doch dann äußerte er sich in erstaunlicher Weise für einen Finanzsenator über Schwarzarbeiter: „Ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag nur fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet.“
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der 63-jährige erhielt allerdings ebenso Zuspruch in Zeitungskommentaren. Auch Wowereit meinte, er sei &quot;eine Art politischer Günter Netzer. Bisweilen genial, gerne etwas lauter, aber nicht jeden Tag teamfähig.&quot; Und entblößt man die markigen Worte als schlichte politische Aussagen, dann würden sicher mehr Leute dem Senator beipflichten. Übersetzt sagt der eigentlich nur: Transferleistungen zu erhöhen trägt nicht dazu bei, die Leute in Arbeit zu bringen. Die Qualität des Berliner Unterrichts fällt hinter den in bayerischen Schulen zurück. Jemand der schwarz ein Haus baut, bringt der Volkswirtschaft immer noch mehr, als jemand, der nichts tut. Auch wenn man dem nicht zustimmen muss - es hört sich schon ganz anders an. &lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Das bewegte Berlin: Der Streik</title>
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    <pubDate>Fri, 22 Feb 2008 20:33:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Jeko</dc:creator>
        <category>Das bewegte Berlin</category>
            
    <description>    &lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;In „Das bewegte Berlin“ nehmen Babel-Autoren rückblickend das Top-Thema der vergangenen Woche in der deutschen Hauptstadt auf. Die Sichtweise ist subjektiv, analytisch, kommentierend aber immer auch informierend. Schreibt uns in Kommentaren eure Meinung zum Thema. Den Anfang macht diese Woche Matthias Jekosch.&lt;/h5&gt;
&lt;p&gt;Es ist Streik in Berlin. Warnstreik, genauer gesagt. Der Streik bewegt die Stadt, wobei, eigentlich auch nicht. Denn bisher spüren die Bewohner der Hauptstadt wenig vom Arbeitskampf. Im Gegenteil, die Stadt kann sich bewegen wie immer, trotz des Streiks. Das Drohpotenzial, das sich aufbaut, ist indes ein gewaltiges. Unter anderem sind die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR), die Polizei, die Verwaltung, die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Bäder, der Einzelhandel und die Kindertagesstätten betroffen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Noch beschränkt sich die BSR auf einen orangenen Autokorso zum Roten Rathaus, dem Dienstsitz des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit. Sobald sie den Müll stehen lässt, leidet die Bevölkerung. Noch treten viele Angestellte der Polizei trotz Streikaufrufes durch die Gewerkschaft zum Dienst an, so dass Objekte wie jüdische Einrichtungen oder Botschaften nicht von Beamten bewacht werden müssen. Noch kündigen die Kitas frühzeitig an, wenn sie geschlossen bleiben und sorgen mitunter dafür, dass Kinder auch in anderen Einrichtungen ersatzweise unterkommen. Die Technische Universität schloss in den Semesterferien ihre Bibliothek nur für wenige Stunden. Zum Höhepunkt des Streiks kamen am Donnerstag um fünf vor zwölf laut Verdi etwa 5.000 Menschen zusammen.&lt;/p&gt;
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&lt;!--HIER DIE BILDUNTERSCHRIFT EINFUEGEN. ACHTUNG BEI UMLAUTEN UND SONDERZEICHEN: DIESE MUESSEN IN DER &quot;VISUAL&quot;-ANSICHT NOCH EINMAL MANUELL EINGEGEBEN BZW. ERSETZT WERDEN, SONST WERDEN SIE NICHT RICHTIG ANGEZEIGT! --&gt;Derzeit fährt die U-Bahn - doch schon bald könnten die Bediensteten Ernst machen&amp;nbsp; und unbefristet streiken.
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Nur die Angestellten der BVG haben schon frühzeitig ihre Macht demonstriert. Anfang Februar fuhren für 39 Stunden weder U-Bahnen noch Trams oder Busse. Fortbewegen mussten sich die Berliner mit S-Bahnen, Taxen, Auto oder Fahrrad. Am kommenden Montag beginnt die Urabstimmung, ob dieser befristete Streik zum unbefristeten auswächst. Dazu könnte es schon wenige Tage später kommen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hintergrund sind bundesweite Streiks im öffentlichen Dienst. Verdi und andere Gewerkschaften fordern für etwa 1,3 Millionen Beschäftigte bis zu acht Prozent mehr Lohn, mindestens sollen sie aber 200 Euro mehr bekommen. Die Arbeitgeber bieten bis zu fünf Prozent, verlangen dafür aber eine Anhebung der Wochenarbeitszeit. Am Montag kommen alle Beteiligten in Potsdam zu neuen Verhandlungen zusammen. Der Tarifkonflikt der BVG wird davon unabhängig ausgetragen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Berliner können zwar noch froh sein, dass die Streikkultur in Berlin eine zivilisierte ist. Streikführer in Ländern wie Frankreich oder Griechenland würden sich verwundert die Augen reiben, sähen sie ihre deutschen Kollegen so vorsichtig vorgehen. Die Griechen kennen da nichts: Dort bleibt der Müll einfach liegen. Und wie oft schon bewegte sich in Frankreich einfach gar nichts. Doch die Gewerkschaften in Berlin tun gut daran, nicht die Bevölkerung bluten zu lassen. Denn ohne deren Rückhalt verlieren auch sie an Legimitation. So müssen sie plausibel machen, warum die Fahrer der BVG eine Erhöhung ihres Gehalts um zwölf Prozent verdienen – so lautet nämlich die Forderung. In einer Stadt, in der laut einer Studie des Wirtschaftsdienstleisters Creditreform über 15 Prozent der Haushalte verschuldet sind und von der es heißt, sie sei arm aber sexy, können überhöhte Forderungen falsche Signale senden. Noch ist es ein Streik light – und dabei sollte es auch bleiben.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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