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  <title>Babel Berlin auf Deutsch - Was'n dit!?</title>
  <link>http://berlin.cafebabel.com/de/</link>
  <description>Die deutsche Hauptstadt im Herzen Europas.</description>
  <language>de</language>
  <pubDate>Sun, 27 Jul 2008 11:52:25 +02:00</pubDate>
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    <title>Was'n dit!?: High noon</title>
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    <pubDate>Thu, 15 May 2008 14:09:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Jeko</dc:creator>
        <category>Was'n dit!?</category>
            
    <description>    &lt;h5&gt;In dieser Serie auf Babel Berlin fragen sich Deutsche und andere Europäer in Berlin in bestem Berliner Dialekt gegenseitig: &quot;Was'n dit!?&quot; Dabei spüren sie die kleinen und großen Merkwürdigkeiten der Stadt auf und versuchen herauszufinden, was es eigentlich damit auf sich hat.&lt;/h5&gt;
&lt;h5&gt;von Sergio Marx (Übersetzung von Christiane Lötsch)&lt;/h5&gt;
&lt;p&gt;Seit es die Rubrik „Was’n dit!?“ im Berlin Babel Blog gibt, ist die Spannung in der Berliner Redaktion unerträglich geworden. Die Luft ist so dick, dass man sie mit einem Messer zerschneiden könnte. Warum? Die Meinungen von Berliner Ureinwohnern und frisch Zugezogenen werden in dieser Rubrik regelmäßig gegenüber gestellt. Die  verbalen Auseinandersetzungen würden die männlichsten Helden der mythischen Italo-Western vor Angst erbleichen lassen...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Verabredung zur Zeit der Siesta auf der leeren Hauptstraße, Colt am Gürtel, Cowboystiefel an den Füßen, Kautabak im Mund und Schweiß auf der Stirn unter der glühenden Sonne. Das letzte Mal war es Karsten Eastwood, der schnellste Bandolero westlich der Spree, der mich herausfordern wollte. Das Blut erstarrte in meinen Adern, ich musste einen kühlen Kopf bewahren; seiner war in mehr als acht Bundesstaaten schon $100.000 Wert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Karsten ignorierte die übliche Beleidigungsreihe an meine Erzeugerin, um sofort einen aufgesetzten Schuss mit einer 8mm Kugel abzugeben, und zwar dorthin, wo es besonders weh tat:
“Die neuen Berliner wechseln ihre Meinung wie ihr Hemd. Sie beweihräuchern die Ordnung und Effizienz der Deutschen, allerdings ziehen sie am liebsten in den Berliner Osten, wo alles ein bisschen dreckiger, unordentlicher und abenteuerlicher als im Westen ist. Danach wagen sie sich, uns langweilig und unspontan zu nennen, obwohl die besten Partys, die geilsten Kneipen, die verrücktesten Künstler und Hausprojekte am Ostufer der Spree liegen. Dann sag mir was du eigentlich willst, du Grünschnabel! Über deine Arroganz kann ich einfach nur lachen…“&lt;/p&gt;
&lt;div style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left; width: 195px;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://berlin.cafebabel.com/public/berlin/img/originals/duell.jpg&quot;&gt;

&lt;img style=&quot;margin-bottom: 1em; float: left;&quot; alt=&quot;&quot; src=&quot;http://berlin.cafebabel.com/public/berlin/img/duell.jpg
&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style=&quot;font-size: 0.8em; width: 175px;&quot;&gt;
  
Harte Zeiten in Berlin City.

&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fühlen wie ein Pionier in Berlin-City&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Desperado konnte sich ausdrücken. Um eine kritische Situation zu vermeiden, musste ich mich schnell wieder fassen. Aber was tun? Ich blickte in die Ferne, wo der Fernsehturm steht und glücklicherweise kam mir eine Erleuchtung:
„Es stimmt schon, Eastwood. Wenn man Berlin-City nach der langen Überquerung des Flachlandes endlich erreicht hat, fühlt sich jeder wie ein Pionier und glaubt, das Eldorado gefunden zu haben. Wir vermuten, dass unser Leben hier einfacher als früher wird, dass alltägliche Probleme verschwinden werden, dass Korn in Hülle und Fülle wächst und wir ruhig auf die Ernte warten können. Und während wir warten, suchen wir wie im Goldrausch des Klondikes hektisch alles, was uns Freude und Überraschung bringt!
Denn die Lichter der Großstadt blenden uns, Eastwood. Aber der Rausch der ersten Momente wandelt sich manchmal zu einer bitteren Enttäuschung. Im Grunde ist dieses Eldorado, das wir uns als Träger eines besonderen Geistes und Vermittler einer anderen Realität vorstellen, von Menschen bevölkert, die genau wie wir Stärken und Schwächen, positive und negative Eigenschaften besitzen. Wir werfen ihnen dann vor, unseren Erwartungen nicht zu entsprechen, wir handeln übereilt wie Liebhaber, die ihre Geliebte idealisieren. Nach der Ernüchterung jedoch finden wir den Verstand wieder und lernen die Eingeborenen kennen und schätzen, weil wir nicht mehr unsere Vorstellungen bestätigen wollen, sondern die Menschen nehmen, wie sie sind. Deswegen finden wir irgendwie unseren Platz und bleiben hier. Denn wir lieben diese Stadt und sie liebt uns, auch wenn wir das manchmal vergessen. Was wir ihr geben können, wird nie soviel sein, wie sie uns bieten kann.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Karsten Eastwoods Gesicht wechselte plötzlich den Ausdruck: Die gerunzelte Stirn entspannte sich, der stahlharte Blick lockerte sich und eine Träne lief langsam an seiner Wange entlang, um im Staub der Hauptstraße aufzuprallen. Wir ließen unsere Waffen gleichzeitig auf den Boden fallen und nahmen uns brüderlich in die Arme. Den Rest des Tages verbrachten wir im Saloon, wo wir Scotch Whisky tranken und dicke kubanische Zigarren rauchten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Nacht brach herein, der Saloon leerte sich langsam und wir waren immer noch beim Labern, als ich es endlich wagte, die schicksalhafte Frage zu stellen: „
-	Ach, sag mir Karsten, es gibt da etwas, das mir keine Ruhe lässt. Siehst du, wie das deutsche Klo gebaut ist? Mit einer Art Plattform, auf der der Kot bleibt bis du die Wasserspülung betätigst.
-	Na ja, und?
-	 Also, ich finde es ein bisschen ekelhaft, es ist ziemlich komisch, was‘n dit!?
-	Was?! Was das sein soll?! Respektierst du unsere Sitten nicht?! Komm mit auf die Straße, da werden wir uns einigen, wenn du ein Mann bist!“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die Frage wird von Mann zu Mann, oder Frau zu Mann geklärt werden. Da könnt ihr sicher sein, liebe Leser. (Anm. d. Redaktion)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Was'n dit!? Warum Deutsche gerne Rot sehen</title>
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    <pubDate>Sat, 08 Mar 2008 01:25:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Karsten</dc:creator>
        <category>Was'n dit!?</category>
            
    <description>    &lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;In dieser Serie auf Babel Berlin fragen sich Deutsche und andere Europäer in Berlin regelmäßig in bestem Berliner Dialekt gegenseitig: &quot;Was'n dit!?&quot; Dabei spüren sie die kleinen und großen Merkwürdigkeiten der Stadt auf und versuchen herauszufinden, was es eigentlich damit auf sich hat. &lt;/h5&gt;
&lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;von Karsten Marhold&lt;/h5&gt;
&lt;p&gt;Wir erinnern uns: &lt;a hreflang=&quot;de&quot; href=&quot;http://berlin.cafebabel.com/de/post/2008/02/26/Wasn-dit-Warum-nicht-bei-Rot-uber-die-Strasse-gehen&quot;&gt;In der letzten Folge&lt;/a&gt; fragte unser französischer Redakteur Sébastien Vannier die Berliner, ob wir Deutsche nicht ein bisschen zu obrigkeitshörig seien. Erstaunt hatte er nämlich festgestellt, dass deutsche Fußgänger offenbar auch dann an einer roten Ampel stehen bleiben, wenn an der entsprechenden Stelle nie ein Auto kommen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich wollte es wissen und habe versucht, in Berlin möglichst immer bei Rot zu gehen. Das Ergebnis des Selbsttests: Es ist ganz schön schwierig, an einer „normalen“ Berliner Fußgängerampel nicht bei Grün zu gehen. Die deutschen Ampeln sind einfach besser als ihre französischen oder italienischen Pendants. Meistens sind sie nämlich nur dann rot, wenn auch wirklich Verkehr ist. Versucht man wie ich, absichtlich bei Rot die Straße zu überqueren, macht einem das grüne Männchen regelmäßig einen Strich durch die Rechnung. Fast könnte man denken, es würde wachsam und fürsorglich die Straße beobachten und seinen roten Kollegen ablösen, sobald die Unfallgefahr gebannt ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch nicht nur die Ampelmännchen sind fürsorglich und wachsam. Die Deutschen sind es auch. Sie gehen nämlich auch deshalb fast nie bei Rot, weil Kinder zuschauen könnten. Und angesichts der beschriebenen Übereinstimmung zwischen Verkehr und Ampelphasen ist die Sorge um die Kleinen wohlbegründet. Während unsere europäischen Nachbarn ihren Dreijährigen vermutlich in langen Monologen beibringen, zwischen dem Wert des eigenen Lebens, der Maxime „Zeit ist Geld“ und ihrem persönlichem Stolz abzuwägen gilt bei uns die einfache Regel: „Rot“ heißt stehen bleiben. Das müssen wir zwar vorleben, aber können dafür den Nachwuchs schon früh alleine den Schulweg bewältigen lassen. Von wegen obrigkeitshörig - dadurch werden die Kleinen ziemlich früh ziemlich selbständig.&lt;/p&gt;
&lt;div style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left; width: 195px;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://berlin.cafebabel.com/public/berlin/img/842452_33601269_klein.jpg&quot;&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://berlin.cafebabel.com/public/berlin/img/842452_33601269_klein.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style=&quot;font-size: 0.8em; width: 175px;&quot;&gt;Ideenhilfe: Der Ampelmann, hier zu sehen in der ostberliner Variante.
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ideen bei &quot;Rot&quot;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nein, wir haben uns schon einiges bei unserem Ampel-Verhalten gedacht. Denn gedacht wird in Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, gerne und viel. Und wer sagt eigentlich, dass in den kurzen Momenten des Verweilens an einer roten Ampel nicht auch einmal Zeit für den einen oder anderen abschweifenden Gedanken ist? Kommt nicht vielleicht im hektischen Alltag hie und da eine kleine Pause ganz gelegen? Wie viele gute Ideen sind wohl beim Warten auf „Grün“ entstanden?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wäre das Warten an der roten Ampel gar ein Sinnbild für das moderne Deutschland, dann wäre es um uns sehr gut bestellt. Denn in der Vergangenheit haben wir vielleicht allzu oft überheblich und verantwortungslos alle – im übertragenen Sinne –  „roten Ampeln“ auf unserem Weg ignoriert, mal absichtlich und mal nicht. Wir sind vorsichtiger geworden. Selbst wenn wir uns auf der sicheren Seite glauben, wie an der Ampel vor der amerikanischen Botschaft, schauen wir jetzt lieber noch ein- oder zweimal. Und dann ist es meistens wie zur Belohnung sowieso schon lange grün.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Frage war nicht einfach zu beantworten. Die Frage an Euch, liebe europäische Freunde, wird nicht einfacher. Denn je nach Tagesform lobt ihr an unserer Stadt Ordnung, Sauberkeit und perfekte Organisation. Aber ihr nennt uns auch obrigkeitshörig und zieht in den Berliner Osten, wo alles noch ein bisschen durcheinander, dreckig und abenteuerlich ist. Ihr nennt uns langweilig und wenig spontan. Aber mit uns feiert ihr die besten Partys. Dabei stellt sich doch die Frage – wie können wir es Euch recht machen? Oder besser, wer und wie müssten sie sein – die perfekten Berliner?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Antwort folgt in einer Woche.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Was'n dit!? Bei Rot über eine Straße ohne Autos gehen?</title>
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    <pubDate>Wed, 27 Feb 2008 20:58:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Karsten</dc:creator>
        <category>Was'n dit!?</category>
            
    <description>    &lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;In dieser neuen Serie auf Babel Berlin fragen sich Deutsche und andere Europäer in Berlin regelmäßig in bestem Berliner Dialekt gegenseitig: &quot;Was'n dit!?&quot; Dabei spüren sie die kleinen und großen Merkwürdigkeiten der Stadt auf und versuchen herauszufinden, was es eigentlich damit auf sich hat. Heute war Sébastien Vannier in Mitte und hat dort ein ebenso typisch deutsches wie für Auswärtige verstörendes Phänomen beobachtet. &lt;/h5&gt;
&lt;h5 style=&quot;font-size: 0.9em;&quot;&gt;von Sébastien Vannier&lt;/h5&gt;
&lt;p&gt;Demnächst wird die Botschaft der USA an den Pariser Platz umziehen und damit zwangsweise einem Phänomen ein Ende bereiten, das sich besonders für einen Franzosen in Berlin zu beobachten lohnt. Bekanntermaßen machen unsere Freunde von der anderen Seite des Atlantiks ungern halbe Sachen, wenn es um die Sicherheit geht, und der abgesperrte Bereich rund um das derzeitige Gebäude der Botschaft in der Wilhelmstraße blockiert einen ganzen Häuserblock. Hieraus entsteht eine Situation, die für Berliner anscheinend ein ernsthaftes moralisches  Dilemma auslöst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beobachtungsposten ist folgender: Wir befinden uns an der Ecke Neustädtische Kirchstraße/Unter den Linden, wobei erstere 50 Meter weiter mit den gewaltigen Betonblöcken zum Schutz der Botschaft versperrt ist. Um diese Neustädtische Kirchstraße zu überqueren, muss man eine Fußgängerampel benutzen. Nur zur Erinnerung: Ohne hier jemals mit Autoverkehr rechnen zu müssen. Es wäre zwar falsch zu behaupten, dort käme nie ein Auto. Während  meiner aufmerksamen zwanzigminütigen Beobachtung konnte ich immerhin zwei Wagen vermerken. Der erste versuchte in die Straße abzubiegen, drehte aber sogleich wieder um. Der Fahrer hatte mit Sicherheit zu spät gemerkt, dass die Straße ja gesperrt ist und erst im letzten Moment realisiert, dass die Chancen auf ein erfolgreiches Attentat mit einem Polo gegen 4 Betonblöcke wohl eher gering sind. Das zweite Auto kam aus der Botschaft und schob sich unter den Augen der Wachbeamten langsam durch eine schmale Lücke neben den Betonklötzen. Zwei Autos in zwanzig Minuten. Selbst einsame Straßen in Bayern am Sonntagmittag sind belebter. Gleichwohl funktioniert die Ampel ausgezeichnet. Eine Minute Rot, 30 Sekunden Grün, eine Minute Rot, 30 Sekunden Grün… Doch das eigentlich Interessante dabei ist nicht, den Straßenverkehr zu beobachten – oder besser, den nicht vorhandenen Straßenverkehr – sondern vielmehr die erstaunliche Energie, mit der die Passanten der Versuchung widerstehen, bei Rot die Straße zu überqueren.&lt;/p&gt;
&lt;div style=&quot;margin: 0 1em 1em 0; float: left; width: 195px;&quot;&gt;&lt;a href=&quot;http://berlin.cafebabel.com/public/berlin/img/originals/Berlin_119.jpg&quot;&gt;
&lt;img alt=&quot;&quot; src=&quot;http://berlin.cafebabel.com/public/berlin/img/Berlin_119_thumb.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div style=&quot;font-size: 0.8em; width: 175px;&quot;&gt;Ort des Geschehens: Die Kreuzung vor der amerikanischen Botschaft.
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;In Frankreich ist das Gesetz der Straße folgendes: Ich gehe über die Straße, wenn die Gefahr eines tödlichen Unfalls höchstens 80% beträgt. In Paris dürfen es 90% sein. Ich an meiner Straßenecke beobachte dementsprechend fasziniert, wie gewissenhaft und geduldig die Berliner warten, bis das kleine Männchen auf Grün springt und sie gehen können. Im Namen der Objektivität muss man feststellen, dass es einige Waghalsige gibt, die dem Verbot trotzen. Man sieht, wie sie erst einmal zögerlich einen kleinen Schritt nach vorne machen, sich noch mehrmals vergewissern, dass es auch wirklich kein Autofahrer  wagt, in die Betonblöcke hineinzurasen, um dann im Laufschritt die Straße zu überqueren. Dabei versuchen sie, die inquisitorischen Blicke der wartenden Passanten auf der anderen Straßenseite, so gut es geht zu ignorieren. Wenn einer dieser Abenteurer den großen Sprung geschafft hat, sind unterschiedliche Reaktionen zu beobachten. Manche nehmen ihr Herz in beide Hände und sagen sich, wenn mich jemand anmeckert, dann hab’ ich wenigstens nicht angefangen, und machen sich auf den Weg. Andere, neidisch gegenüber diesem selbstvergessenen Mut, machen einen Schritt – trauen sich dann aber doch nicht. Die meisten aber bleiben stoisch stehen und verachten, heimlich oder nicht, die unverbesserlichen Gesetzesbrecher.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bleibt die Frage: Wie kann man diesen offensichtlichen kulturellen Unterschied zwischen Deutschen und Franzosen, hier fast die Karikatur davon, erklären? Warum sind die Deutschen so obrigkeitshörig und sei es nur gegenüber einer roten Ampel? Die Antwort folgt im nächsten Teil der Serie.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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