von Stefano Lippiello

Der Reiz des Berliner Charmes zieht immer wieder neue Einwohner in die Stadt, dazu kommen aber auch Geld und Spekulanten.











Je dreckiger, desto Berliner. Viele Jahren lang hieß es so: „Arm aber sexy“. Das was quasi das Motto der Stadt, wie es Bürgermeister Klaus Wowereit in einem Interview 2003 verkündete. Sicherlich haben auch die vielen besetzten Häuser, die in fast jedem Berliner Kiez zu finden sind, dazu beigetragen, den Reiz und den Charme der Stadt zu schaffen. In dem Foto lässt sich das schon saniert Erdgeschoß sehen, während die höheren Etagen noch unsaniert „Berliner“ bleiben.





Die Berichterstattung der letzten Jahre ist voller Beispiele von Räumungen. Nach dreißig Jahren müssen die alten Einwohner, einer nach den anderen, umziehen. Der Druck des Kapitals ist kaum zu wiederstehen.


















Traumberg! Hinter diesem Wort könnte man die Mischung aus Traum und Kapital erkennen. Wird Berlins Reiz diesem giftigen Trank überleben und davon gestärkt werden? So wie man sich nach der Heilung noch stärker fühlt als vor dem Erkranken? Sind diejenigen, die an die frühere Atmosphäre der Stadt mit Sehnsucht denken, nur hoffnungslose romantische Dichter? Oder haben die alten Bewohner Recht, die sich früher aller seit Jahren kannten und jetzt sagen, dass sie kaum ihren Nachbarn kennen?


Die Fassaden sind jetzt im raffinierten Stil des 19. Jahrhunderts.